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Allgemein

Artikel Smart Home

Autor: René Senn

 

Die Definition des Smart Home

 

Die Branche tut sich schwer mit der Definition des Smart Home. Während es früher noch klar war, dass Smart Homes Zukunftsvisionen oder Musterhäuser sind, sind sie heute so allgegenwärtig, dass es Zeit wird, einen neuen Definitionsversuch zu wagen.

 

Fragen wir jemanden, der aus dem Bereich Heizung kommt, ist ein Smart Home natürlich dann eines, wenn sich die Heizung über das Smartphone steuern lässt. Er betrachtet die Sache also rein technisch. Das gleiche gilt, wenn wir mit jemanden aus der Telekombranche sprechen. Für ihn ist ein Smart Home ein Haus, das über einen Glasfaseranschluss verfügt und in dem über dasselbe Gerät TV geschaut, Musik gehört und auch telefoniert, bzw. über das Smartphone und das Tablet gesurft werden kann. Nach demselben Prinzip könnte man nun die Storenbauer, Lichtdesigner und Soundspezialisten befragen. Sie liefern aber jeweils nur Segmentbetrachtungen und orientieren sich stets an der Technik und weniger am Nutzen der Kunden, die im Smart Home ihr Leben verbringen.

 

Qualität und Sicherheit als wichtige Kriterien

Es gibt auch viele Smart Home Lösungen, die per Plug und Play in die bestehende Elektroinstallation eingestöpselt werden können. Solche adapterbasierten Systeme sind nicht unbedingt Smart Home-Lösungen, weil sie baulich und Software-bedingt keine nachhaltige, längerfristige Investition darstellen. Die Lebensdauer und die Qualität sind zumindest bei einigen dieser Lösungen nicht so ausgelegt, dass sie auch nach 15 Jahren noch funktionieren. Zudem gilt es zunehmend das Thema Security zu betrachten. Denn sind die Geräte mit dem Web vernetzt, bieten sie auch immer eine Angriffsfläche für kriminelle Handlungen. Viele Cloud-basierte Lösungen müssen ständig mit dem Internet verbunden sein und liefern unsere, auch intimen, Daten von den Raumtemperaturen bis zu den CO2-Werten frischfröhlich an die Plattformen der Betreiber. Diese können daraus jederzeit Schlüsse über die Nutzung der Räume ziehen. Und damit nicht genug… Amazon hört mit, Google auch, und neuerdings will auch Apple wissen, was wir im Alltag so reden. Dafür bieten sie mir den Vorteil, dass ich mein Smart Home per Sprache steuern und meine Puppenstube online bestellen kann.

 

Das Smart Home ist ein «Gesamtkunstwerk»

Das Smart Home sollte etwas sein, das individuell geplant wurde und das der Installateur für sich beanspruchen kann. Die Definition des Smart Home muss deshalb das Element der professionellen Installation beinhalten. Und diese basiert auf den realen Bedürfnissen der jeweiligen Bauherrschaft. Daraus ergibt sich, welche technische Ausstattung erforderlich ist und wie sie vernetzt werden muss. So können die Heizung oder der Glasfaseranschluss durchaus ein Bestandteil der geforderten Lösung sein, zu einem Smart Home machen sie das Haus aber erst, wenn sie nicht als Einzellösung, sondern als System zusammen funktionieren.

 

Die Definition

Die Definition des Smart Homes lässt sich anhand der oben gewonnenen Erkenntnisse folgendermassen formulieren:

«Ein Smart Home erfüllt die individuellen, durch einen Fachmann evaluierten Bedürfnisse der Bauherrschaft an die Gebäudesystemtechnik. Die Anlage ist professionell geplant und installiert. Sie umfasst mindestens drei Gewerke wie zum Beispiel Heizung, Jalousie, Licht, Sicherheit, Multimedia, Kommunikation, die basierend auf einem einheitlichen Grundsystem umgesetzt werden. Wird das Smart Home mit dem Internet vernetzt, sind entsprechende Sicherheitsmassnahmen nach Stand der Technik zu ergreifen.»

 

Die oben aufgestellte Definition grenzt die Dienstleistungen der professionellen Smart Home-Integratoren deutlich von den Plug-and-Play-Lösungen ab. Sie zeigt klar, dass eine erfolgreiche Smart Home-Lösung professionell geplant und installiert werden muss. Dass solche Lösungen auf beiden Seiten etwas mehr Investitionen erfordern, als 0815-Lösung aus dem Warenhaus, versteht sich von selbst. Vor allem im Neubau sind sie zu bevorzugen, denn dadurch ist auch der Service nach der Installation gewährleistet.

 

Das zweite zentrale Element der Definition ist, dass der Installateur die Bedürfnisse der Bauherrschaft erkennt, evaluiert und darauf eingeht. Um den Kunden fachgerechte, adäquate Lösungen anbieten zu können, muss sich die Branche konsequent weiterbilden. Hier ist immer noch Potenzial vorhanden. Das ist doch Motivation genug, sich professionell auf den Weg zu machen.

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